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„Die Kapsel“ – AIDS in der Bundesrepublik

Sonntagscafé und Lesung mit Martin Reichert

So. 28. Oktober 2018
15:00 Uhr Sonntagscafé/16:30 Uhr Lesung
Veranstalter*in: Stiftung Akademie Waldschlösschen
Ort: Stiftung Akademie Waldschlösschen
Der Eintritt ist frei. Kaffee und Kuchen zum Selbstkostenpreis.

15:00 Uhr Sonntagscafé (und Hausbesichtigung)
Heute lädt die Akademie Waldschlösschen wieder zu ihrem traditionellen Sonntagscafé ein, bei dem Gäste aus Göttingen und Umgebung Kaffee und Kuchen genießen und auch an einer Hausbesichtigung teilnehmen können.

16:30 Uhr Lesung aus dem Buch: „Die Kapsel“ mit dem Autor und Journalisten Martin Reichert (Berlin)

»Truvada« heißt das Wundermittel – die Kapsel, die HIV-Infizierten schon seit einiger Zeit zu Therapiezwecken verschrieben wird, dient mittlerweile auch der Prophylaxe. Was die Mehrheit der Deutschen nicht kennt, sind der Schmerz und die Isolation, die viele Menschen vor der Aufklärungs- und Präventionsarbeit sowie der Entwicklung effektiver Medikamente erfahren mussten. Anhand zahlreicher Begegnungen mit Betroffenen und Zeitzeugen erzählt Martin Reichert die Geschichte dieser Menschen, etwa jener homosexueller Männer, die, abgekapselt von der Gesellschaft, allein mit dem Verlust ihres Partners zurechtkommen mussten: enterbt von der pfälzischen Familie, ausgeladen von der Beerdigung im Schwarzwald und von ihren Mitmenschen stigmatisiert. Aids hat die Art und Weise, wie vor allem schwule Männer leben und wie wir lieben, tiefgreifend verändert. Die Kapsel berichtet davon, wie die Krankheit ihren Weg ins Bewusstsein der Bundesrepublik fand.

Referent*in:
Martin Reichert, geboren 1973, ist Journalist und Autor. Seit 2004 arbeitet er für die tageszeitung. 2006 wurde er mit dem Felix-Rexhausen-Preis ausgezeichnet. Er lebt in Berlin.

Mehr Informationen zur Akademie Waldschlösschen unter  https://www.waldschloesschen.org/de/

 

 

 Programmübersicht

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„Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber …“

Die schrecklich nette Homophobie in der Mitte der Gesellschaft
Lesung mit Johannes Kram

Mi, 7. November, 19:00 Uhr
Veranstalter*innen: LesBiSchwule* KULTURTAGE, Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB)
Ort: Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB)
Der Eintritt ist frei.

Nach der Ehe für alle verfestigt sich der Eindruck, für Lesben und Schwule sei so gut wie alles erreicht. Dabei ist Diskriminierung in Deutschland Alltag. Nur etwa ein Drittel aller Homosexuellen etwa ist „out“ am Arbeitsplatz, tiefsitzende Ressentiments gegen Lesben und Schwule sind nie aufgearbeitet worden. Auch in der Mitte der Gesellschaft sind homophobe Denkmuster weit verbreitet, auch wenn diese nicht als solche wahrgenommen werden. Das liberale, aufgeklärte Selbstbild macht eine konstruktive selbstkritische Auseinandersetzung dabei oft besonders schwer: „Homophob? Ich doch nicht. Meine besten Freunde sind doch homosexuell!“
Kram bringt den „deutschen Sonderweg“ in Verbindung mit der im Vergleich zu anderen westlichen Staaten spät und leidenschaftslos eingeführten „Ehe für alle“, mit der „deutschen Spezialität“ der Homosexuellenverfolgung und dem Paragrafen 175, welcher nie Bestandteil gesamtgesellschaftlicher Debatten war.
Kram ist überzeugt: Wenn Heterosexuelle Homophobie nicht reflexhaft von sich weisen, sondern sich mit der strukturellen, gesellschaftlichen, aber auch mit der versteckten individuellen beschäftigen, könnten sie eine Menge über sich selbst und die Verfasstheit unserer Gesellschaft lernen.
Das Buch erzählt in 17 Kapiteln den besonderen Umgang der Deutschen mit LGBTI*, insbesondere in Politik, Kultur und Medien. Es ist eine eigene, neue Erzählung, Beiträge aus Krams „Nollendorfblog“ machen ca. ein Drittel des Buches aus.

Referent:
Johannes Kram ist Autor, Blogger und Marketingstratege. Sein Nollendorfblog („Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber“) erhielt 2016 eine Nominierung für den Grimme Online Award. Es ist eines der meistdiskutierten deutschen schwulen Blogs. Er ist Kolumnist beim medien- und BILD-kritischen BILDblog. Die Charta der Vielfalt wählte ihn zum Themenbotschafter für den Bereich „Sexuelle Orientierung und Identität“. Sein medienkritisches Theaterstück „Seite Eins“ wurde bisher in sieben verschiedenen Inszenierungen produziert.

 

 

 

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Butches – Begehrt und bewundert

Lesung mit Pia Thilmann

 Do, 15. November, 19:30 Uhr
Veranstalter*in: LesBiSchwule* KULTURTAGE
Ort: Galerie Art Supplement

Das Buch „Butches – Begehrt und bewundert“ ist der erste Band, der sich ausdrücklich mit Butches beschäftigt. In der Sammlung nähern sich mehr als 30 Autor*innen den verschiedenen Facetten des Butchlebens – mal persönlich, mal historisch, lustig, theoretisch, fragend, kritisch. Unzählige Abbildungen zeigen die Vielfalt, Comics und Zeichnungen runden die Anthologie ab.
Die Widersprüche und Grenzen von Weiblichkeit und anderen Geschlechtern werden thematisiert, es gibt Einblicke und Ausblicke – und über allem steht „Es lebe die Butch!“

http://www.querverlag.de/books/Butches.html

Künstler*in:
Pia Thilmann stapft als Butch durch Kreuzberg, hat vor zehn Jahren bereits ein Buch über Drag Kings herausgegeben und backt gerne mit Sauerteig. http://www.butchbuch.de

 

 

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